Präzisionsdrehteile
und Langdrehtechnik
| Kleinserien | hochgradig flexibel
| Durchmesser 4 - 16mm
| Umfassendes Materialspektrum
- alle gängigen Werkstoffe
- Titan Grade 5
- hochlegierte Edelstähle
- hitzebeständige Stähle
| Micro- und Tiefbohren
| Toleranzen bis IT7
Präzisionsdrehteile für die Sensorik & Sensortechnik, Automation & Robotik und Energietechnik
Unsere Fertigung | zum Maschinenpark
Prototypen Support
Prozesssicherheit
Unsere Kompetenz nach Branche und Werkstoffen
Als Experten für die anspruchsvolle CNC Fertigung realisieren wir hochwertige Drehteile und spezialisierte Langdrehteile mit höchster Maßhaltigkeit. Unsere besondere Kompetenz liegt in der Zerspanung von Hochleistungswerkstoffen.
Besonders beim Tieflochbohren setzen wir auf höchste Sorgfalt und geballte Kraft: Unsere Hochdruckanlage für fünf unabhängig ansteuerbare Werkzeuge auf Haupt- und Gegenspindel garantiert Prozesssicherheit und exzellente Oberflächen.
In der Automatisierung und Robotik ist maximale Präzision bei dynamischer Dauerbelastung das oberste Gebot. Die verwendeten Werkstoffe müssen oft extremen Beschleunigungen, hohen Wechselbiegefestigkeiten und gleichzeitig minimalem Verschleiß standhalten, ohne die Positioniergenauigkeit zu beeinträchtigen. Die Zerspanung dieser Materialien auf Langdrehautomaten erfordert aufgrund der geforderten engen Form- und Lagetoleranzen in Verbindung mit komplexen Innenkonturen ein Höchstmaß an Prozesskontrolle.
- 1.4301 / 1.4305 (304 / 303): Der Standard für Greifersysteme und Roboterstrukturen in der Verpackungs- und Pharmaindustrie. Die Neigung zur Kaltverfestigung (besonders bei 1.4301) erfordert scharfe Schneidkanten und konstante Vorschübe für gratfreie Kanten.
- 1.7225 (42CrMo4): Ein hochfester Vergütungsstahl für hochbelastete Wellen und Antriebselemente. Seine hohe Zähigkeit und Festigkeit fordern die Werkzeuge massiv und verlangen nach einer optimalen Spanbruchgeometrie.
- AW-7075 (AlZnMgCu1,5): Unverzichtbar für dynamisch bewegte Roboterarme aufgrund seiner extrem hohen Festigkeit bei geringem Gewicht. Die enorme Schnittgeschwindigkeit führt bei unzureichender Kühlung schnell zu Aufbauschneidenbildung.
- 1.4410 (Super Duplex): Eingesetzt in der robotergestützten Handhabungstechnik im Offshore- oder Chemiebereich. Die Kombination aus extremer Härte und Zähigkeit macht die Zerspanung zu einer Herausforderung für Standzeit und Maßhaltigkeit.
- 1.3505 (100Cr6): Der klassische Wälzlagerstahl für hochpräzise Gelenklager und Führungen. Im ungehärteten Zustand neigt er zum Kleben; die Einhaltung engster Toleranzen erfordert eine absolut vibrationsfreie Bearbeitung.
- 2.0060 (E-Cu / Kupfer): Unverzichtbar für Schweißroboter-Komponenten und Signalübertragungen. Die extreme Weichheit und Zähigkeit des Materials führen schnell zu langen Fließspänen, die den automatisierten Prozess blockieren können.
- Polyetheretherketon (PEEK): Ein Hochleistungskunststoff für isolierende oder gewichtsoptimierte Bauteile. Die geringe Wärmeleitfähigkeit führt schnell zu thermischem Verzug und erfordert extrem scharfe Werkzeuge mit positiven Spanwinkeln.
Typische Präzisionsdrehteile für Automatisierung & Robotik
- Planeten- und Sonnenräder: Hochpräzise Rohlinge für Kompaktgetriebe, die extrem enge Rundlauf- und Koaxialitätstoleranzen aufweisen, um Laufruhe zu garantieren.
- Kolbenstangen und Miniaturzylinder: Lange, schlanke Bauteile für die Pneumatik und Hydraulik, die eine extrem hohe Oberflächengüte (Rz < 1) für die Dichtigkeit im Dauereinsatz erfordern.
- Exzenterwellen: Komplexe Wellen für zykloide Robotergetriebe, bei denen die exzentrischen Absätze direkt in einer Aufspannung hochgenau gedreht werden müssen.
- Steckverbindergehäuse (M12 / M8): Dünnwandige Gehäuse aus Edelstahl oder Messing für die Sensor-Aktor-Verkabelung mit feinsten Gewinden und Einstichen für O-Ringe.
- Greiferbacken-Rohlinge: Komplex vorbearbeitete Grundkörper für pneumatische Greifer, die trotz asymmetrischer Geometrien keine Verformung durch Schnittkräfte aufweisen dürfen.
- Hohlwellen für Drehgeber: Extrem dünnwandige Wellen zur Durchführung von Kabeln durch Roboterachsen, die absolut verzugsfrei und konzentrisch gefertigt werden müssen.
- Düsen und Lanzen: Bauteile für Klebe-, Dosier- oder Lackierroboter mit extrem feinen, tiefen Innenbohrungen, die absolut rückstandsfrei und glatt sein müssen.
In Branchen wie der Luft- und Raumfahrt sowie dem High-End-Automotive (Motorsport & Performance) ist das Verhältnis von Gewicht zu Festigkeit entscheidend. Wir haben uns ebenfalls auf die anspruchsvolle Bearbeitung von Titan Grade 5 (Ti-6Al-4V) spezialisiert – ein Werkstoff, der keine Fehler verzeiht, aber dort den entscheidenden Unterschied macht, wo jedes Gramm zählt. Gerade bei schlanken Bauteilen spielen wir unsere Stärken aus. Wir beherrschen die thermischen Tücken und die hohen Schnittkräfte, um Bauteile mit exzellenter Oberflächengüte und engsten Toleranzen zu fertigen.
Typische Anwendungen in diesem Segment:
- High-End-Automotive: Hochfeste Stehbolzen, gewichtsoptimierte Radschrauben, Ventilkomponenten und Fahrwerksteile für den Rennsport.
- Luftfahrt-Umfeld: Präzise Distanzhülsen, Gehäusekomponenten für die Sensorik, Prototypen für Baugruppen und anspruchsvolle Verbindungselemente für den Vorrichtungsbau.
- Industrie-Speziallösungen: Bauteile für Umgebungen, die sowohl Leichtbau als auch absolute Korrosionsbeständigkeit fordern.
Die Herausforderung in der Zerspanung: Dynamische Formstabilität und E-Modul-Kompensation
Ein kritischer Faktor bei der Zerspanung von Titan Grade 5 ist das vergleichsweise niedrige Elastizitätsmodul von ca. 110–115 GPa. Im direkten Vergleich zu hochlegierten Edelstählen (ca. 200–210 GPa) weist Titan bei gleicher mechanischer Last eine fast doppelt so hohe elastische Verformung auf.
Diese materialspezifische "Nachgiebigkeit" führt dazu, dass das Werkstück dem Schnittdruck des Werkzeugs elastisch ausweicht. Während hochlegierte Stähle aufgrund ihrer Steifigkeit eine stabilere Abstützung gegen die Schnittkraft bieten, neigt Titan Grade 5 zu:
- Rückfederungseffekten: Nach dem Anschnitt federt das Material in seine Ursprungsform zurück, was zu Maßungenauigkeiten (Untermaß am Außendurchmesser) führt.
- Vibrationsneigung (Chatter): Die geringe Steifigkeit begünstigt selbsterregte Schwingungen, welche die Oberflächengüte negativ beeinflussen und den Werkzeugverschleiß beschleunigen.
- Werkzeugabdrängung: Besonders bei filigranen Geometrien und hohen Schlankheitsgraden weicht das Bauteil radial aus, was die Einhaltung enger Form- und Lagetoleranzen erschwert.
Unsere Fertigungsstrategie auf dem Langdrehautomat:
Um die Defizite des niedrigen E-Moduls gegenüber Edelstahl zu kompensieren, nutzen wir die konstruktiven Vorteile unserer Langdrehtechnologie:
- Support unmittelbar an der Führungsbuchse: Die Bearbeitung erfolgt stets im Bereich der maximalen Steifigkeit. Die freie Auskraglänge wird gegen Null minimiert, wodurch die elastische Verformung physikalisch unterbunden wird.
- Spezifische Schnittkraftreduzierung: Durch den Einsatz extrem scharfer Schneidkanten mit positiven Spanwinkeln reduzieren wir den passiven Schnittdruck. Das Material wird sauber abgeschert, statt weggedrückt zu werden.
In der Energietechnik und der Wasserstoffwirtschaft ist absolute Dichtigkeit unter extremem Druck das oberste Gebot. Die verwendeten Werkstoffe müssen enormen Belastungen durch hohe Ströme standhalten oder der gefürchteten Wasserstoffversprödung trotzen, ohne an Festigkeit zu verlieren. Die Zerspanung dieser oft zähen, hochreinen oder extrem harten Materialien auf Langdrehautomaten erfordert aufgrund der geforderten makellosen Oberflächengüten ein Höchstmaß an Prozesskontrolle.
- 2.0065 (Cu-ETP / Sauerstofffreies Kupfer): Der Standard für Hochstromkontakte in der Leistungselektrik. Die extreme Weichheit und Zähigkeit führen zu extrem langen Fließspänen und einer enormen Neigung zum Verkleben an der Werkzeugschneide.
- 1.4404 / 1.4435 (316L): Gilt mit niedrigem Kohlenstoffgehalt als gesetzt für Wasserstoff-Fittings, um Versprödung zu minimieren. Bei der Zerspanung neigt das Material stark zur Kaltverfestigung, was Standzeiten drastisch reduziert.
- 1.4462 (Duplex-Stahl): Wird für hochbelastete Rohre und Verbindungselemente in der Elektrolyse oder Meerwasserentsalzung genutzt. Das zweiphasige Gefüge erzeugt einen unregelmäßigen Schnittkraftverlauf und fordert extrem stabile Werkzeuggeometrien.
- 2.4816 (Inconel 600): Unverzichtbar für Hochtemperatur-Brennstoffzellen (SOFC) und Reformer. Diese Nickelbasislegierung ist extrem schwer zerspanbar, da sie die Wärme nicht abführt und Werkzeuge rasant verschleißen lässt.
- Titan Grade 2 (Reintitan): Wird für leichte, korrosionsbeständige Komponenten in mobilen Wasserstofftanks verwendet.
- 1.4542 (17-4 PH): Ein ausscheidungshärtender Stahl für hochfeste Ventilspindeln in Wasserstoff-Tankstellen. Die Kombination aus Härte und Zähigkeit verlangt nach exakt abgestimmten Schnittwerten, um Werkzeugausbrüche zu vermeiden.
Typische Präzisionsdrehteile für Leistungselektrik & Wasserstoff
- Koaxiale Steckverbinder: Massivkupfer-Drehteile für die Hochvolt-Leistungselektrik in Wechselrichtern, die trotz hoher Zähigkeit gratfrei und maßhaltig gefertigt werden müssen.
- Elektrodenaufnahmen: Drehteile aus Duplex oder Titan für industrielle Elektrolyseure, die komplexe Außengewinde und extrem glatte Planflächen aufweisen müssen.
- Kabelverschraubungen mit Längsbohrung: Bauteile für den Explosionsschutz in der Energietechnik, bei denen extrem lange konzentrische Bohrung die größte Hürde darstellt.
- Verteilerleisten für Kühlmedien: Dünnwandige Hohlkörper aus Kupferlegierungen für wassergekühlte Leistungselektronik, die absolut verzugsfrei gedreht werden müssen.
In der Fluidtechnik stellen hohe Drücke, aggressive Medien und extreme Temperaturen enorme Anforderungen an die Werkstoffe. Die eingesetzten Edelstähle und Sonderlegierungen müssen chemisch beständig und mechanisch hochbelastbar sein, was sie aufgrund ihrer Zähigkeit und Wärmestau-Neigung zu einer Herausforderung in der Zerspanung macht.
- 1.4404 (X2CrNiMo17-12-2) / AISI 316L: Der Standard-Edelstahl für medienberührte Teile. Er ist extrem korrosionsbeständig, neigt aber beim Langdrehen stark zum „Schmieren“ und zur Kaltverfestigung, was den Spanbruch erschwert.
- 1.4571 (X6CrNiMoTi17-12-2): Durch den Titan-Zusatz ist dieser Stahl stabilisiert und noch widerstandsfähiger gegen Lochfraß. Die Titankarbid-Einschlüsse wirken jedoch wie Schleifmittel auf die Werkzeugschneide und führen zu schnellem Verschleiß.
- 1.4462 (Duplex-Stahl): Vereint die Vorteile von ferritischen und austenitischen Stählen. Er bietet eine extrem hohe Festigkeit, ist aber aufgrund seiner zweiphasigen Struktur und enormen Zähigkeit nur mit sehr stabilen Prozessen prozesssicher zu bearbeiten.
- 2.4819 (Hastelloy C276): Eine Nickelbasislegierung für extremste chemische Belastungen. Dieser Werkstoff ist extrem hitzebeständig und neigt massiv zur Kaltverfestigung – hier ist eine präzise Schnittdatenwahl überlebenswichtig für das Werkzeug.
Gerade beim Langdrehen ist eine präzise Abstimmung der Zerspanungsparameter auf die jeweilige Legierung entscheidend für die prozesssichere Umsetzung dieser Materialvorteile in anspruchsvolle Funktionskomponenten.
- Ventilkegel und -spindeln: Filigrane Bauteile, die exakte Oberflächen für die Abdichtung benötigen. Die Kombination aus dünnen Schaftdurchmessern und zähem Material erfordert höchste Präzision.
- Verschraubungsnippel und Fittings: Hochdruckkomponenten mit komplexen Innen- und Außengewinden. Die prozesssichere Spanabfuhr bei tiefen Innengewinden in 1.4404 ist hier die Kernaufgabe.
- Kolben für Proportionalventile: Diese Bauteile weisen oft feine Steuerschlitze und Querbohrungen auf.
- Hülsen und Schutzrohre: Dünnwandige, lange Gehäuse, die den Innendruck halten müssen, aber oft nur wenig Bauraum bieten. Besonders das Auskammern tiefer Innenbohrungen bei geringer Wandstärke ist fertigungstechnisch anspruchsvoll.
In der Sensorik steht die absolute Zuverlässigkeit der Signalerfassung an erster Stelle. Die verwendeten Werkstoffe müssen oft extreme Bedingungen – von kryogenen Temperaturen bis hin zu hochkorrosiven chemischen Prozessen – abschirmen, ohne das Messergebnis zu verfälschen. Die Zerspanung dieser Materialien auf Langdrehautomaten erfordert aufgrund der geringen Wandstärken in Verbindung mit tiefen, oft abgestuften Bohrungen ein Höchstmaß an Prozesskontrolle.
- 1.4404 (316L): Der Standard für industrielle Sensorikgehäuse im Kontakt mit Lebensmitteln oder Chemikalien. Die Neigung zur Kaltverfestigung erschwert besonders feine Gewindeschneidzyklen.
- 1.4571 (X6CrNiMoTi17-12-2): Durch die Titan-Stabilisierung extrem säurebeständig. Die enthaltenen Titankarbide wirken jedoch hochgradig abrasiv auf die Werkzeugschneiden.
- 1.3912 (Invar / FeNi36): Unverzichtbar für Präzisionssensoren aufgrund seines extrem geringen Wärmeausdehnungskoeffizienten. Der hohe Nickelanteil macht ihn bei der Zerspanung extrem zäh und „klebrig“.
- 1.4541 (X6CrNiTi18-10): Ein klassischer Werkstoff der Abgassensorik. Die Kombination aus Zähigkeit und thermischer Beständigkeit fordert eine exakte Spanbruchstrategie.
- 1.4542 (17-4 PH): Ein ausscheidungshärtender Stahl, der hohe Festigkeit mit Korrosionsbeständigkeit vereint. Seine Neigung zur schlagartigen Kaltverfestigung macht ihn zu einem der schwierigsten Werkstoffe im Langdrehbereich.
- 2.4856 (Inconel 625): Eine Nickelbasislegierung für maximale Belastungen. Dieser Werkstoff gilt als „Königsklasse“ der Schwerzerspanbarkeit und erfordert spezialisierte Kühlkonzepte direkt an der Wirkstelle.
- Titan Grade 5 (TiAl6V4): Geschätzt für sein Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht. Die geringe Wärmeleitfähigkeit führt jedoch zu einer extremen thermischen Belastung der Werkzeuge.
Das volle Potenzial dieser Hochleistungswerkstoffe muss zuvor bei der Zerspanung mit spezialisierten Bearbeitungsstrategien unter Kontrolle gebracht werden. Auf unseren Langdrehautomaten realisieren wir durch exakt abgestimmte Abläufe eine effiziente und maßhaltige Fertigung kritischer Bauteile für die Sensorik.
- Führungshülsen mit Ausgussbohrung: Diese kritischen Komponenten dienen der exakten Positionierung des Sensorelements und ermöglichen durch die präzise Bohrung das saubere Vergießen mit Schutzharzen.
- Schutzrohre und Thermowells: Lange, tiefgebohrte Bauteile mit sehr dünnen Wandstärken, die empfindliche Messumformer vor Druck und aggressiven Medien schützen.
- Einschraubgehäuse: Mit feinsten metrischen Gewinden versehene Körper, die absolute Dichtigkeit und eine hohe Oberflächengüte im Dichtsitz garantieren müssen.
- Druckmittler-Membranbetten: Hochpräzise gedrehte Konturen, die als Auflage für hauchdünne Metallmembranen dienen und keinerlei Riefen aufweisen dürfen.
- Verschraubungsbolzen mit Längsbohrung: Dienen als Kabeldurchführung und gleichzeitig als mechanische Befestigung; hier ist die konzentrische Bohrung über eine große Länge die Hauptschwierigkeit.
- Hohlwellen für Drehwinkelsensoren: Extrem dünnwandige Rohrabschnitte mit präzisen Passungssitzen, die keine Verformung durch Schnittkräfte tolerieren.
- Elektrodenhalter: Isolierelemente aus zähen Edelstählen, die oft mit sehr kleinen Querbohrungen für die Kontaktierung versehen sind.
In der Elektroindustrie sind die Anforderungen an die Zerspanung zweigeteilt: Einerseits wird eine exzellente elektrische Leitfähigkeit verlangt, andererseits müssen mechanische Trägerkomponenten extremen thermischen Belastungen und Funkenflug standhalten. Die Bearbeitung auf Langdrehautomaten ermöglicht hier die effiziente Fertigung von Bauteilen, die trotz ihrer Komplexität und Größe eine absolute Maßhaltigkeit für automatisierte Bestückungsprozesse aufweisen müssen.
- 1.4305 (X8CrNiS18-9): Der Klassiker unter den rostfreien Automatenstählen. Durch den Schwefelzusatz ist er besser zerspanbar als 1.4301, neigt aber dennoch zur Gratbildung bei feinen Konturen.
- 2.0060 (E-Cu) / 2.0065 (SE-Cu): Hochreines Kupfer für maximale Leitfähigkeit. Die enorme Zähigkeit und „Klebrigkeit“ des Materials führen oft zu Aufbauschneiden und machen den Spanbruch ohne Hochdruckkühlung fast unmöglich.
- 2.1030 (CuSn8): Eine Phosphorbronze, die für hochbelastete Kontaktstifte genutzt wird. Die hohe Kaltverfestigung während des Schnitts fordert das Werkzeug massiv.
- 1.3981 (Kovar / FeNi29Co18): Eine Eisen-Nickel-Kobalt-Legierung mit exakt definiertem Ausdehnungskoeffizienten für Glas-Metall-Durchführungen. Die Zerspanbarkeit ist aufgrund der extremen Zähigkeit mit Nickelbasislegierungen vergleichbar.
- 2.0872 (CuNi10Fe1Mn): Kupfer-Nickel-Legierungen für Widerstände und Seekabelanwendungen. Sie vereinen Korrosionsfestigkeit mit spezifischen elektrischen Eigenschaften, sind aber sehr schwierig kurzspanend zu bearbeiten.
- 1.4105 (X6CrMoS17): Ein ferritischer Chromstahl mit hoher magnetischer Induktion für Magnetkerne. Er erfordert aufgrund seiner weichmagnetischen Eigenschaften eine sehr scharfschneidige Geometrie, um Gefügeveränderungen zu vermeiden.
- CuCr1Zr (Chrom-Zirkon-Kupfer): Eine hochfeste Kupferlegierung für Hochstromkontakte. Die Kombination aus hoher Härte und Wärmeleitfähigkeit entzieht der Schneide die notwendige Wärme, was spezielle Beschichtungen erfordert.
Nur durch das exakte Zusammenspiel von Werkzeugwahl und Prozessführung lassen sich die spezifischen Materialvorteile zu hochpräzisen Komponenten für die Elektroindustrie verarbeiten.
- Kabelübergangshülsen: Sie bilden die mechanische Brücke zwischen dem starren Sensorgehäuse und dem flexiblen Anschlusskabel. Oft verfügen sie über ein Innengewinde zur Gehäusemontage und eine konische oder abgestufte Innenkontur zur Aufnahme von Knickschutz-Elementen.
- Knickschutztüllen aus Metall: Im Gegensatz zu Kunststoffvarianten werden diese in der High-End-Sensorik als Langdrehteil gefertigt, um EMV-Schirmung und höchste mechanische Stabilität am Kabelaustritt zu gewährleisten.
- Durchführungshülsen: Dünnwandige Röhrchen mit Präzisionsbünden, die Kabel durch Gehäusewandungen leiten und oft gleichzeitig als Zugentlastung dienen.
- Krimp- und Endhülsen: Hochpräzise Kleinsthülsen aus zähen Edelstählen, die am Kabelende für eine definierte Kontaktierung in Steckverbindern sorgen.
- Präzisions-Kontaktstifte: Filigrane Steckkontakte, die trotz kleinster Durchmesser tiefe, zentrische Innenbohrungen zur Kabelaufnahme besitzen.
- Magnetkerne: Zentralbauteile für Relais, bei denen die Oberflächengüte der Stirnflächen über die Schaltpräzision entscheidet.
- Hohlstifte für Federkontakte: Dünnwandige Hülsen aus Bronze oder Edelstahl, die als Führung für gefederte Kontaktstifte in Testadaptern dienen.
- Isolator-Aufnahmen: Zylindrische Bauteile aus Kovar oder Edelstahl, die als Träger für hermetische Glasdurchführungen fungieren.
- Gewindebolzen für Schütze: Bauteile mit feinsten metrischen Gewinden, die hohe Drehmomente in zähen Kupferlegierungen aufnehmen müssen.
- Distanzhülsen mit Bund: Präzisionsteile zur exakten Beabstandung von Platinen, gefertigt mit engsten Toleranzen.
Im Formenbau werden für anspruchsvolle Anwendungen oft hochlegierte Edelstähle eingesetzt, die aufgrund ihrer hohen Zähigkeit, Neigung zur Kaltverfestigung und schlechten Wärmeleitfähigkeit als schwer zerspanbar gelten.
- 1.2083 (X40Cr13): Ein klassischer, martensitischer Chromstahl, der oft für Formen zur Verarbeitung von korrosiven Kunststoffen verwendet wird. Er ist durchhärtbar und bietet eine hohe Verschleißfestigkeit, neigt aber beim Zerspanen zu hohem Werkzeugverschleiß.
- 1.2316 (X38CrMo16): Ein vorvergüteter, korrosionsbeständiger Stahl mit hohem Chromgehalt. Da er bereits im vergüteten Zustand (ca. 280–325 HB) geliefert wird, ist die Bearbeitung besonders werkzeugfordernd.
- 1.4112 (X90CrMoV18): Ein rostfreier Stahl mit sehr hohem Kohlenstoff- und Chromanteil, der eine extreme Härte erreicht. Er wird für Bauteile gewählt, die höchste Anforderungen an Härte und Korrosionsbeständigkeit vereinen müssen.
- 1.4542 (17-4 PH): Ein ausscheidungshärtender Edelstahl, der eine sehr hohe Festigkeit und Zähigkeit besitzt. Er gilt als besonders tückisch bei der Bearbeitung, da er stark zur Kaltverfestigung neigt.
Diese Werkstoffe werden insbesondere für Funktionskomponenten innerhalb der Form eingesetzt, die in direktem Kontakt mit der Kunststoffschmelze stehen oder mechanisch stark belastet werden:
- Auswerferstifte und Kernstifte: Diese Bauteile müssen oft sehr lang und dünn sein, um tiefe Konturen zu entformen. Die Kombination aus schlanker Geometrie und zähem Edelstahl macht die Fertigung anspruchsvoll.
- Angussbuchsen: Sie leiten die heiße, oft chemisch aggressive Kunststoffschmelze in die Form. Hier ist Korrosionsbeständigkeit bei gleichzeitig hoher thermischer Belastung entscheidend.
- Führungssäulen und -buchsen
- Kühlkerne: Lange, hohle Kerne, die zur Innentemperierung von tiefen Kavitäten dienen. Die Bohrung über die gesamte Länge bei gleichzeitig dünner Wandung ist in Edelstählen fertigungstechnisch eine enorme Herausforderung.
Die größte Hürde bei Werkstoffen wie 1.2083 oder 1.4542 ist deren ausgeprägte Neigung zur Kaltverfestigung und die geringe Wärmeleitfähigkeit.
Edelstähle neigen zur Bildung langer, wirrer Fließspäne, die bei filigranen, rotationssymmetrischen Konturen die Oberfläche beschädigen oder das Werkzeug umwickeln können. Wir setzen auf gezielte Hochdruck-Kühlung, die den Spanbruch auch durch den thermischen Schock erzwingt und die Wärme sofort aus der Schnittzone abführt.
Hervorragende Integrität dank unserer Konstantdruckregelung
- Im Gegensatz zu herkömmlichen Bypass-Systemen passt der Frequenzumrichter die Motordrehzahl der Pumpe exakt an den benötigten Volumenstrom an. Da die Leistungsaufnahme quadratisch zur Drehzahl sinkt, wird im Teillastbetrieb signifikant Energie eingespart und die unnötige Erwärmung des Kühlmediums minimiert. Durch das erweiterte Drehzahlband können Werkzeuge mit unterschiedlichsten Schluckvolumen einzeln sowie gleichzeitig auf der Haupt- und Gegenspindelseite effizient versorgt werden.
Vorteile speziell beim Bohren
Bei schwer zerspanbaren Werkstoffen (z. B. Titan, Inconel, hochlegierte Edelstähle) steigen die Anforderungen an die Innenkühlung massiv:
- Konstanter Druck bei zunehmender Tiefe: Je tiefer die Bohrung, desto höher ist der Widerstand für das abfließende Öl-Späne-Gemisch. Der FU regelt die Pumpendrehzahl präzise nach, um den Spülstrom am Bohrgrund stabil zu halten.
- Vermeidung von Spänestau: Bei 20xD ist der Weg für die Späne extrem lang. Ein Druckabfall würde sofort zum Spänestau und damit zum Werkzeugbruch führen. Die Regelung garantiert, dass die kinetische Energie des Strahls ausreicht, um die Späne kontinuierlich durch die Spannuten nach außen zu fördern.
- Kühlung der Schneide: Bei tiefen Bohrungen entsteht enorme Hitze. Die FU-Steuerung sorgt dafür, dass trotz des langen Weges und der Reibung im Kanal exakt die erforderliche Menge Öl an der Schneide ankommt und dort die Dampfschicht (Vapor Barrier) sicher durchbricht.
- Werkzeugschutz: Erfahrungsgemäß können sich Bohrer unter 2,5mm ab 12xD kritisch aufschwingen, wenn Rückstoßkräfte und Maschinenbewegungen ungünstig aufeinander treffen. Der FU ermöglicht es, den Druck nach dem Eintritt in das Pilotloch sanft hochzufahren.
- Vermeidung von thermischem Verzug: Durch die bedarfsgerechte Regelung wird das Öl nicht unnötig durch das Bypass-Ventil aufgeheizt. Ein kühleres Medium bedeutet eine stabilere Werkstücktemperatur, was bei 20xD-Bohrungen entscheidend für die Fluchtungsgenauigkeit und Maßhaltigkeit ist.